Brindisi
Adria
Die Säule am Hafen, wo Roms große Straße endete
Stellen Sie sich vor, Sie stehen oben an einer breiten Marmortreppe, die vom Hafen hinauf in die Stadt führt. Direkt vor Ihnen ragt eine einzelne weiße Säule in den Himmel, fast so hoch wie ein sechsstöckiges Haus. Genau hier, an dieser Stelle in Brindisi, endete vor fast 2.000 Jahren die berühmteste Straße des Römischen Reiches: die Via Appia. Wer von Rom bis ans Meer wollte, war tagelang zu Fuß oder mit dem Ochsenkarren unterwegs – und kam am Schluss genau an dieser Säule an.
Die Römer nannten Brindisi „Brundisium". Der Hafen hat eine seltene Form: Zwei lange Landzungen umschließen das Wasser wie die Arme eines Hirschgeweihs. Daher der Name, denn in einer alten Sprache bedeutete „Brention" so viel wie Hirschkopf. Schiffe lagen hier sicher vor Wind und Wellen, und von Brindisi aus segelte man weiter nach Griechenland und in den ganzen Osten. Die Stadt war das Tor Roms zum Mittelmeer.
Ursprünglich standen oben an der Treppe zwei Säulen nebeneinander, jede rund 19 Meter hoch. Fachleute vermuten, dass sie um das Jahr 110 nach Christus errichtet wurden. Am 20. November 1528 stürzte eine der beiden bei einem Unwetter um und zerbrach. Über hundert Jahre lagen die schweren Marmorteile am Boden. 1666 schenkte Brindisi die Trümmer der Nachbarstadt Lecce. Dort baute man daraus den Sockel für die Statue des Heiligen Oronzo, die noch heute mitten auf dem Marktplatz von Lecce steht. So kommt es, dass ein Stück der Brindisi-Säule bis heute in einer anderen Stadt weiterlebt, rund 40 Kilometer entfernt.
In Brindisi blieb die zweite, vollständige Säule. Ihr weißer Schaft und das reich verzierte Kapitell mit steinernen Göttergesichtern sind der Stolz der Stadt. Die Treppe darunter heißt Scalinata Virgiliana, benannt nach dem römischen Dichter Vergil. Der schrieb einst die Abenteuer des Helden Aeneas – und starb im Jahr 19 vor Christus tatsächlich in Brindisi, als er müde von einer Reise aus Griechenland zurückkehrte. Ob er die Stelle mit eigenen Augen gesehen hat, weiß niemand genau; die Sage aber verbindet seinen Namen bis heute mit dieser Treppe.
Heute ist der Platz um die Säule ein guter Startpunkt für Ihren Tag. Von oben blicken Sie über das Hafenbecken, in dem kleine Fischerboote schaukeln und große Fähren ablegen. Gleich daneben beginnt der Corso Garibaldi, die Einkaufsstraße, in der es nach frisch gebackener Focaccia und nach Gelato duftet. Auf der anderen Seite des Wassers steht ein 54 Meter hohes Denkmal in Form eines Schiffsruders: das Monumento al Marinaio d'Italia, 1933 für die Seeleute Italiens errichtet. Mit einer kleinen Fähre, die ständig hin- und herpendelt, fahren Kinder in wenigen Minuten hinüber.
Wer mehr sehen möchte, ist von Brindisi schnell in den bekanntesten Orten Apuliens: in Ostuni, der weißen Stadt auf dem Hügel, im Städtchen Alberobello mit seinen kegelförmigen Trulli-Häuschen, die wie Zwergenhüte aussehen, oder in der Barockstadt Lecce – dort, wo die andere Hälfte der Säule gelandet ist. Und wenn Sie am Nachmittag wieder am Hafen stehen, an genau der Stelle, an der einst die Via Appia endete, dann wissen Sie: Hier ist der Schlusspunkt einer 2.000 Jahre alten Reise.
So kommt ihr ins Zentrum.
Nicht empfohlen: rund 4 km über Hafenstraßen ohne durchgehenden Gehweg (etwa 50 Min.).
Reederei-Shuttle bis zum Corso Garibaldi im Zentrum, Fahrt etwa 10 Min.
Rund 10 Min. bis Piazza Vittoria/Corso Garibaldi, etwa 10–15 €.
Stadt- und Hafenbusse fahren unregelmäßig; für Familien sind Shuttle oder Taxi einfacher.
Was den Tag leicht macht.
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Nehmen Sie den Reederei-Shuttle oder ein Taxi bis zum Corso Garibaldi – zu Fuß führt der Weg über Hafenstraßen ohne durchgehenden Gehweg.
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Die kleine Hafenfähre zum Monumento al Marinaio kostet nur wenige Cent und dauert kaum 5 Minuten – ein Hit für Kinder.
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Am Vormittag ist rund um den Corso Markt- und Einkaufszeit; ein guter Moment, um Obst als Snack für unterwegs zu kaufen.
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Füllen Sie Trinkflaschen an den öffentlichen Brunnen auf – im Sommer wird es in Apulien schnell sehr heiß.
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Für Ausflüge nach Alberobello, Ostuni oder Lecce fahren Züge ab dem Bahnhof Brindisi Centrale, rund 1 km vom Zentrum.
Wo Einheimische hingehen.
Glutenfreies Gelato auf der Via Appia bei Chocomix
Etwas abseits der Hafenpromenade, an der alten Via Appia, macht Konditor Carmine bei Chocomix sein Gelato von Hand. Für Familien praktisch: Das Eis ist glutenfrei, und es gibt laktosefreie Sorten wie Fruchteis, vegane Haselnuss und karamellisierte Erdnuss. Eine Kugel im Hörnchen kostet regionaltypisch etwa 2 €. In Apulien isst man das Eis gern zusammen mit einem Pasticciotto, einem kleinen Mürbeteig-Törtchen mit Vanillecreme.
In Google Maps öffnen ›Was ein Hafentag kostet.
🚶 Sparsam (4 Pers.): Reederei-Shuttle oder Bus ins Zentrum, Focaccia und Obst als Picknick, je 1 Gelato, Wasser aus dem Brunnen. Rund 35 €.
🍝 Mittel (4 Pers.): Hin- und Rückfahrt mit dem Taxi, gemeinsames Mittagessen in einer Trattoria (Orecchiette, Pizza), Eis und Getränke. Rund 140 €.
🚌 Komfort (4 Pers.): Geführter Familienausflug nach Alberobello oder Lecce inklusive Transport, dazu Mittagessen und Snacks. Rund 400 €.
Wann ihr kommt.
Frühjahr
🌸 Frühling: Mild und grün, meist 17–22 °C. Ideal für Ausflüge nach Ostuni oder Alberobello, bevor die Sommerhitze kommt.
Sommer
☀️ Sommer: Heiß und trocken, oft 30–34 °C. Viel Schatten, Sonnenhut und Wasser einplanen; Sightseeing am besten am Vormittag.
Herbst
🍂 Herbst: Warm und angenehm, 20–26 °C, das Meer noch badewarm. Eine der besten Zeiten für Familien.
Winter
❄️ Winter: Mild, aber wechselhaft, 10–15 °C. Viele Strandlokale sind geschlossen, die Altstadt dafür ruhig und leer.
Alles Wichtige in Pier-Nähe.
🍼 Das Zentrum rund um den Corso Garibaldi und die Uferpromenade ist eben und gut mit dem Kinderwagen zu befahren; einzelne Gassen sind gepflastert. Zum Terminal selbst gelangen Sie nur per Shuttle oder Taxi, nicht zu Fuß. · 🆘 Notruf 112
Häufige Fragen zu Brindisi
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