Ermoupoli
Östliches Mittelmeer
Die Marmorstadt, benannt nach dem Gott Hermes
Die meisten Kykladen-Inseln kennt man für weiße Häuschen mit blauen Kuppeln. Wenn Ihr Schiff aber in Ermoupoli anlegt, sehen Sie etwas ganz anderes: eine Stadt aus vornehmen Herrenhäusern, breiten Marmorplätzen und zwei Kirchen, die auf zwei Hügeln stehen wie zwei Wächter. Ermoupoli ist die Hauptstadt der Insel Syros – und zugleich die Hauptstadt aller Kykladen. Und sie ist erstaunlich jung.
Gegründet wurde die Stadt in den 1820er-Jahren, während des griechischen Freiheitskampfes. Damals flohen Menschen von Inseln wie Chios und Psara vor dem Krieg und suchten auf dem sicheren Syros ein neues Zuhause. Sie bauten unten am Hafen eine ganz neue Stadt und gaben ihr einen stolzen Namen: Ermoupoli, „Stadt des Hermes". Hermes war in den alten griechischen Sagen der flinke Götterbote – und zugleich der Gott der Händler und Reisenden. Ein passender Name, denn Ermoupoli wurde im 19. Jahrhundert der wichtigste Handelshafen Griechenlands. Von hier liefen Segelschiffe in alle Richtungen aus, und die Stadt wurde reich.
Mit dem Geld baute man prächtige Häuser – und ein Herzstück mitten in der Stadt: den Miaoulis-Platz. Er ist mit hellen Marmorplatten ausgelegt, von Palmen gesäumt und nach dem Admiral Andreas Miaoulis benannt, einem Helden des Freiheitskampfes, dessen Standbild dort steht. An einer Seite des Platzes erhebt sich das große Rathaus. Es wurde von dem Baumeister Ernst Ziller entworfen und zwischen 1876 und 1889 gebaut – es ist eines der größten Rathäuser in ganz Griechenland. Abends spielen hier Kinder Fangen, während die Erwachsenen in den Cafés sitzen.
Nur ein paar Schritte weiter steht ein kleines Theater, auf das die Stadt besonders stolz ist: das Apollon-Theater. Es wurde 1862 bis 1864 von dem italienischen Architekten Pietro Sampò gebaut und sieht aus wie eine Miniaturausgabe der berühmten Mailänder Oper La Scala. Wer hineingeht, entdeckt rote Ränge, gemalte Decken und Platz für einige Hundert Zuschauer – ein echtes Opernhaus im Kleinformat.
Über der Stadt liegen zwei Hügel, und auf jedem thront eine Kirche. Auf dem einen steht die orthodoxe Kirche der Auferstehung (Anastasis), auf dem anderen das mittelalterliche Dorf Ano Syros mit der katholischen Kirche San Giorgio. Das ist eine Besonderheit von Syros: Hier leben seit Jahrhunderten orthodoxe und katholische Christen Tür an Tür, und deshalb hat die Insel gleich zwei große Bischofskirchen. Zum oberen Dorf Ano Syros führen viele Treppenstufen; oben belohnen enge Gassen und ein weiter Blick über das Meer.
Für Familien ist Ermoupoli angenehm ruhig: keine großen Partymeilen, dafür ein flacher Hafenboulevard zum Bummeln, kleine Läden und Bänke am Wasser. Die Flüchtlinge, die die Stadt gründeten, brachten auch ein süßes Handwerk mit: die Herstellung von Loukoumia, weichen, in Puderzucker gewälzten Würfeln mit Rosen- oder Mastix-Geschmack. Bis heute ist Syros in ganz Griechenland für diese Süßigkeit berühmt.
Wenn Sie am Nachmittag noch einmal auf dem Miaoulis-Platz stehen, den Marmor unter den Füßen und das Rathaus im Rücken, dann ist schwer zu glauben, dass diese ganze feine Stadt vor gut 200 Jahren einfach aus dem Nichts entstand – erbaut von Menschen, die alles verloren hatten und noch einmal neu anfingen.
So kommt ihr ins Zentrum.
2–3 Min. – das Schiff liegt direkt an der Uferpromenade, das Zentrum beginnt an der Kaikante.
Nicht nötig – der Miaoulis-Platz liegt nur rund 400 m vom Kai.
Taxistand am Hafen; ins Zentrum kaum nötig, Fahrten aufs Land ab etwa 10 €.
Busse fahren ab Hafen nach Ano Syros und zu den Stränden (Galissas, Kini), Ticket etwa 2 €.
Was den Tag leicht macht.
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Das Schiff liegt direkt an der Uferpromenade – bis zum Miaoulis-Platz sind es nur rund 400 m eben zu Fuß.
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Fragen Sie am Apollon-Theater nach den Öffnungszeiten; tagsüber kann man den kleinen Zuschauerraum meist für wenige Euro anschauen.
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Nach Ano Syros hinauf fährt ein kleiner Bus – bequemer als die vielen Treppenstufen, besonders mit müden Kinderbeinen.
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Zum Baden fahren Busse ab Hafen an Strände wie Galissas oder Kini (Ticket etwa 2 €).
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Die Marmorplatten am Hafen werden bei Nässe rutschig – nach Regen mit Kindern lieber langsam gehen.
Wo Einheimische hingehen.
Loukoumia wie vor fast 100 Jahren bei Sykoutris
Ein paar Schritte hinter dem Hafen, nahe der Marktstraße, stellt die Familie Sykoutris seit 1928 Loukoumia von Hand her – weiche, in Puderzucker gewälzte Würfel mit Rosen- oder Mastix-Geschmack. Probieren Sie unbedingt auch die Halvadopita, einen weichen Nougat zwischen zwei dünnen Waffeln, der 2003 in London einen Geschmackspreis gewann. Eine kleine Schachtel zum Mitnehmen kostet je nach Größe rund 3 bis 6 €.
In Google Maps öffnen ›Was ein Hafentag kostet.
🚶 Sparsam (4 Pers.): Bummel am Hafen und über den Miaoulis-Platz, Souvlaki oder Pita zum Mitnehmen, eine Tüte Loukoumia. Rund 30 €.
🍽 Mittel (4 Pers.): Mittagessen in einer Taverne (Meze, Fisch), Busfahrt an einen Strand, Eis und Getränke. Rund 120 €.
⛵ Komfort (4 Pers.): Bootsausflug oder Taxi-Tour über die Insel, Taverne am Strand, Süßigkeiten für zu Hause. Rund 300 €.
Wann ihr kommt.
Frühjahr
🌸 Frühling: Mild und blühend, 16–21 °C, wenig Trubel. Sehr angenehm für Spaziergänge durch die Marmorstadt.
Sommer
☀️ Sommer: Heiß und sonnig, 27–31 °C, dazu oft der kühlende Meltemi-Wind. Sonnenhut nicht vergessen.
Herbst
🍂 Herbst: Warm, 21–26 °C, das Meer noch angenehm zum Baden. Ruhiger als im Hochsommer.
Winter
❄️ Winter: Mild, aber windig, 11–15 °C. Viele Läden geöffnet, da Ermoupoli eine ganzjährig belebte Stadt ist.
Alles Wichtige in Pier-Nähe.
🍼 Der Miaoulis-Platz und die Hafenpromenade sind flach und mit dem Kinderwagen gut befahrbar; die Marmorplatten werden bei Nässe rutschig. Das obere Dorf Ano Syros ist steil und stufenreich – dorthin lieber den Bus nehmen. · 🆘 Notruf 112
Häufige Fragen zu Ermoupoli
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