Seattle
Nordamerika
Wo die Goldschiffe ankamen
Am 17. Juli 1897 legte im Hafen von Seattle der Dampfer Portland an. An Bord: 68 Bergleute – und über eine Tonne Gold aus dem hohen Norden. Die Zeitung schrieb noch am selben Tag von der „Ton of Gold". Innerhalb weniger Stunden wollte die halbe Stadt nach Alaska. Läden verkauften Zelte, Spaten und Speck. Wer zum Goldfeld am Klondike wollte, kam zuerst nach Seattle – und ließ hier sein Geld.
Dabei war Seattle da noch keine 50 Jahre alt. Im November 1851 landete eine kleine Gruppe von Siedlern, die Denny-Party, am Alki Point auf der anderen Seite der Bucht. Der Winter war nass und kalt, das Ufer zu offen. Ein Jahr später zogen sie an eine geschütztere Stelle am Ostufer des Puget Sound – dort steht heute die Innenstadt. Ihren Namen bekam die Stadt von Chief Sealth, dem Anführer der Duwamish und Suquamish, der den Neuankömmlingen half. Aus Sealth wurde in der Aussprache der Siedler: Seattle.
Am Morgen des 6. Juni 1889 kippte in einer Tischlerei ein Leimtopf auf einen heißen Ofen. Das Feuer sprang von Holzhaus zu Holzhaus. Am Abend waren rund 32 Häuserblocks der Innenstadt niedergebrannt – das gesamte Geschäftsviertel. Verletzte gab es fast keine, aber die Stadt war weg. Die Bürger beschlossen, klüger neu zu bauen: aus Stein und Ziegel statt aus Holz. Und sie hoben das Straßenniveau um ein ganzes Stockwerk an, damit das Wasser bei Flut nicht mehr in die Keller drückte. Die alten Erdgeschosse wurden einfach zugeschüttet. Unter den heutigen Gehwegen im Viertel Pioneer Square liegen deshalb noch ganze Straßenzüge von damals – die „Seattle Underground", durch die man heute mit einer Taschenlampe geführt wird.
Eine Legende rankt sich um den Namensgeber der Stadt. Chief Sealth soll geglaubt haben, dass seine Seele nach dem Tod keine Ruhe finde, solange sein Name laut ausgesprochen werde. Die Geschichte erzählt, die Siedler hätten ihm zu Lebzeiten dafür eine kleine Abgabe gezahlt – gewissermaßen eine Entschädigung im Voraus. Beweisen lässt sich das nicht. Sicher ist: Sein Grab liegt in Suquamish, keine Bootsstunde vom Hafen entfernt, und trägt bis heute seinen Namen.
1962 richtete Seattle die Weltausstellung aus, die „Century 21 Exposition". Das Motto: die Zukunft. Für die Messe baute man in nur 400 Tagen einen 184 Meter hohen Turm mit einer Aussichtsplattform – die Space Needle. Oben, in gut 150 Metern Höhe, dreht sich ein Restaurant einmal in etwa 45 Minuten um die eigene Achse. An klaren Tagen sieht man von dort im Süden den schneebedeckten Vulkan Mount Rainier, 4.392 Meter hoch, rund 90 Kilometer entfernt.
Wer heute vom Kreuzfahrtterminal in die Stadt geht, läuft mitten durch diese Geschichte. Am Pike Place Market, dem überdachten Bauernmarkt von 1907, werfen sich Fischhändler ganze Lachse zu und rufen die Bestellung im Chor. Ein paar Schritte weiter klebt an einer Backsteinwand die „Gum Wall", eine Mauer voller bunter Kaugummis – nicht schön, aber ein Kinderfoto wert. Und unten am Wasser, an Pier 59, liegt das Seattle Aquarium mit einem Becken, in das man von oben auf Seeotter und Kraken schaut. Die Stadt, die mit Gold reich wurde, zeigt ihre Schätze heute an jeder Ecke.
So kommt ihr ins Zentrum.
Von Pier 66 (Bell Street Terminal) sind es rund 15 Min (1,2 km) eben am Wasser entlang bis zum Pike Place Market. Von Pier 91 (Smith Cove) sind es dagegen rund 5 km – zu weit zu Fuß.
Von Pier 91 fährt zur Anlegezeit ein kostenpflichtiger Cruise-Shuttle in die Innenstadt (ca. $ 8–12 pro Person, kostenpflichtig).
Taxi/Uber von Pier 91 in die Innenstadt ca. $ 20–30, Fahrzeit 10–15 Min. Von Pier 66 ca. $ 10.
Vom Pier 91 bringt Sie Bus Metro-Linie 33 in ca. 20 Min in die Innenstadt (ca. $ 2,75/Erw., günstig). Ab Pier 66 fahren die Waterfront-Busse im Minutentakt.
Was den Tag leicht macht.
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Am Pike Place Market steht an der Pike Place 1912 der erste „Starbucks" von 1971 – die Schlange ist oft 30–45 Min lang, der Kaffee schmeckt wie überall. Sparen Sie die Zeit und gehen Sie lieber zur Fischtheke, wo zur vollen Stunde ganze Lachse geworfen werden (kostenlos).
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Der Seattle Center Monorail fährt seit 1962 in 2 Min vom Westlake Center zur Space Needle, ca. $ 3,75/Erw. und $ 1,75/Kind – Kinder lieben die kurze Fahrt über den Dächern.
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Space-Needle-Tickets online vorbuchen (Erwachsene ca. $ 35, Kind 5–12 ca. $ 26); zur Mittagszeit ist der Andrang am größten.
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Das MoPOP (Museum of Pop Culture) am Fuß der Space Needle hat einen Science-Fiction- und Gaming-Bereich, der Kinder ab 8 begeistert.
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In Seattle regnet es an rund 150 Tagen im Jahr – der überdachte Pike Place Market bleibt auch bei Regen trocken.
Wo Einheimische hingehen.
Waterfall Garden Park
Mitten in Pioneer Square, hinter einem schmiedeeisernen Tor an der Ecke 2nd Avenue South und South Main Street, versteckt sich ein winziger Innenhof. In ihm rauscht ein 6,7 Meter hoher künstlicher Wasserfall über Felsblöcke – so laut, dass der Straßenlärm verschwindet. An genau dieser Stelle gründeten 1907 zwei Teenager einen Botendienst, aus dem später der Paketriese UPS wurde. Es gibt Tische, Bänke und Schatten für eine Pause.
In Google Maps öffnen ›Was ein Hafentag kostet.
Bus/Light Rail in die Stadt (4×): € 10 · Pike Place Market & Waterfall Garden Park: kostenlos · Mittags-Snacks vom Markt (Clam Chowder, Piroschki): € 40 · Eis: € 16
Monorail hin/zurück (4×): € 22 · Space Needle Familie: € 110 · Mittagessen im Restaurant: € 70 · Eis & Snacks: € 18
Hop-on-Hop-off- oder private Stadtführung: € 160 · Space Needle + Chihuly Garden Kombiticket Familie: € 190 · Restaurant mit Meeresfrüchten: € 140 · Fährausflug & Souvenirs: € 30
Wann ihr kommt.
Frühjahr
🌸 Im Frühjahr blühen Ende März die Kirschbäume der University of Washington rosa, und die Fährfahrten über den Puget Sound sind noch ruhig. Rechnen Sie mit 12–16 °C und häufigem Nieselregen – Regenjacke einpacken.
Sommer
☀️ Juni bis August ist Kreuzfahrt-Hochsaison und die trockenste, sonnigste Zeit (20–25 °C). Fast alle Alaska-Kreuzfahrten starten hier – Terminals und Pike Place Market sind vormittags am vollsten.
Herbst
🍂 Im September sind die Tage noch mild, die Sommermassen aber weg. Die letzten Alaska-Schiffe legen ab, Restaurants sind leichter zu bekommen. Ab Oktober wird es nass und kühl.
Winter
❄️ Von Dezember bis Februar liegt kaum Kreuzfahrtbetrieb an. Es ist grau, nass und 5–8 °C kühl, dafür sind Space Needle und Aquarium fast leer. Schnee fällt in der Stadt selten.
Alles Wichtige in Pier-Nähe.
🍼 Die Innenstadt ist hügelig – zwischen Waterfront und Pike Place Market gibt es steile Abschnitte, aber überall Aufzüge (z. B. den kostenlosen Pike Street Hillclimb) und breite, asphaltierte Gehwege. Der Pike Place Market selbst ist eben und überdacht. · 🆘 Notruf 911
Häufige Fragen zu Seattle
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