Santorin ist der Rand eines untergegangenen Vulkans. Vor 3.600 Jahren explodierte der 1.500 m hohe Vulkan-Berg, der vorher die ganze Insel bildete, in einer der größten Eruptionen der Menschheitsgeschichte. Ein Großteil der Insel verschwand im Meer - übrig blieb eine 12 x 7 km große Caldera (eine 400 m tiefe Lagune in der Form eines unfertigen Kreises), umgeben von steilen 300 m hohen Felswänden. Die antike minoische Hafenstadt Akrotiri auf der Insel wurde dabei verschüttet - viele glauben, dass dies das Original-Atlantis von Platon war.
Heute ist Santorin (offiziell 'Thira') eine 90 km² große, sichelförmige Insel in den Kykladen mit 15.500 ständigen Einwohnern und im Sommer einer Million Touristen pro Jahr. Das Besondere: alle Hauptdörfer wurden auf der Caldera-Kante gebaut, 300 m über dem Meer - mit Blick in die Lagune, wo das Meer noch bis heute über den Krater des untergegangenen Vulkans schwappt. Die Architektur ist die der Kykladen - weiß-getünchte Würfelhäuser, blaue Kuppeln auf orthodoxen Kirchen, Treppen zwischen den Häusern, alles übereinander gestapelt entlang der Steilküste.
Fira ist die Hauptstadt, mit ca. 2.500 Einwohnern, Restaurants, Boutiquen, Bars. Oia (gesprochen 'Ia', 11 km nördlich von Fira) ist das berühmtere Dorf - mit den blauen Kuppeln, die auf Postkarten und in Reiseführern weltbekannt sind. Sonnen-untergang über der Caldera in Oia ist Santorinis größter Tourismus-Magnet - täglich versammeln sich 5.000+ Menschen auf den Sunset-Plattformen. Tipp: 1 h vorher kommen, gute Position sichern.
Akrotiri am südlichen Ende der Insel ist die archäologische Sensation Santorinis: die Ruinen einer minoischen Hafenstadt aus dem 17. Jahrhundert v. Chr., bei der Eruption von 1.600 v. Chr. unter 60 m Vulkanasche begraben - wie ein griechisches Pompeji, aber 1.600 Jahre älter. Heute überdacht und als Museum zugänglich. Eintritt €12 Erw, EU-Bürger unter 18frei. Ein Highlight für Familien mit geschichtsinteressierten Kindern. Kulinarisch ist Santorin Vulkangestein-Wein-Land: Assyrtiko (Weißwein, fast trocken, mineralisch durch das Vulkan-Substrat) und Vinsanto (süßer Dessertwein aus überreifen Trauben). Cherry-Tomaten (kleine, intensive 'Tomataki Santorinis') und Fava (gelbe Kichererbsen-Püree) sind Pdo-geschützte Insel-Spezialitäten. Restaurant-Klassiker: gegrillter Tintenfisch, Octopus, Kapern, Gyros, Feta. Eis bei Lukumades am Hafen Fira. Cocktails mit Caldera-Blick: €15-25, aber das Erlebnis lohnt einmal.
Vom Cruise-Pier (Tender-Anlauf, alle Schiffe ankern in der Caldera) sind drei Optionen: Seilbahn (€10 hin / Familie €40, alle 20 Min, schnellste und einzige humane Option), 588 Stufen mit Maultieren (Tierschutz-Schande, nicht buchen!), oder Reederei-Bus (für An-/Abreise-Pakete). Oben dann nach Oia mit Bus für €2,50 (Ktel-Linienbus, alle 30 Min, Fahrt 30 Min) oder Mietwagen/Quad/Buggy (Hauptzeit Stau bei Sunset). Wer einen ganzen Tag hat: Fira, Oia, Akrotiri und Strand Perissa (schwarzer Vulkansand) machen einen perfekten Tag.