Madeira ist die Atlantik-Insel mit einem der mildesten Klimata der Welt - rund 16-25°C ganzjährig, kein heißer Sommer, kein kalter Winter, fast ewiger Frühling. Im Dezember blühen die Hibiskus, an Sommerabenden reicht oft eine leichte Jacke. Die Insel ist rund 740 km² groß, die Autonome Region Madeira hat rund 250.000 Einwohner, Hauptstadt Funchal gut 100.000. 1419 wurde Madeira von portugiesischen Seefahrern (João Gonçalves Zarco) erreicht - und war bei der Ankunft unbewohnt. Sie nannten die Insel 'Madeira' (portugiesisch für 'Holz'), weil sie über und über mit Lorbeerwäldern bedeckt war; einer der ersten Akte der Kolonisation war, Wald zu roden - der Überlieferung nach brannten die Feuer sieben Jahre. Erhalten ist davon der Lorbeerwald 'Laurissilva' (rund ein Fünftel der Insel, UNESCO-Welterbe seit 1999).
Die Insel wurde durch Zucker reich (15. Jahrhundert), dann durch Wein (Madeira-Wein war in Amerika so beliebt, dass die Gründerväter mit ihm auf die Unabhängigkeitserklärung von 1776 anstießen). Heute lebt Madeira vom Tourismus, vom Bananen-Anbau, von Stickerei und Wein. Die berühmteste Person der Insel: Cristiano Ronaldo, 1985 in Funchal geboren - sein Geburtsort hat ein Museum (Museu CR7, Eintritt ca. 5 EUR), und der Flughafen heißt 'Cristiano Ronaldo International Airport'.
Die Insel ist eine vulkanische Bergspitze mitten im Atlantik (höchster Punkt: Pico Ruivo, 1.862 m) - überall steile Klippen, schmale Täler, viele Tunnel. Einer der spektakulärsten Punkte ist Cabo Girão (südlich von Funchal, rund 580 m hohe Klippe direkt über dem Atlantik - Glas-Skywalk seit 2012, Eintritt ca. 5 EUR Erw, Kinder unter 12 frei).
Funchal selbst ist eine elegante Hafenstadt mit subtropischer Vegetation, Bougainvillea an Hauswänden und Jacaranda-Bäumen in den Straßen. Höhepunkte: der Mercado dos Lavradores (Markthalle von 1940), die Altstadt Zona Velha mit ihren bemalten Türen (über 300 Türen mit moderner Kunst, ein Open-Air-Museum) und der Korbschlitten von Monte.
Der Korbschlitten ('Carro de Cesto') ist Madeiras bekanntestes Erlebnis: In geflochtenen Weidenschlitten geht es vom Bergort Monte rund 2 km bergab Richtung Livramento, gelenkt und gebremst von zwei weiß gekleideten 'Carreiros'. Die Tradition entstand im 19. Jahrhundert als schneller Transport ins Tal - heute ist sie ein reines Ausflugs-Vergnügen (nur bergab; danach Taxi oder Bus zurück ins Zentrum).