Neapel ist die Stadt, in der Pizza geboren wurde - die echte, runde, mit Tomaten und Mozzarella belegte Pizza, wie wir sie heute kennen. Bei einem königlichen Besuch 1889 kreierte Pizzaiolo Raffaele Esposito drei Pizzen für Königin Margherita von Savoyen. Eine davon - mit Tomaten, Mozzarella di Bufala und Basilikum - gefiel der Königin so sehr, dass sie nach ihr benannt wurde: Pizza Margherita. Die Farben (rot, weiß, grün) waren auch die der italienischen Flagge. Seitdem ist Pizza Napoletana globaler Standard - und die echte Version aus dem Holzofen, mit weichem, leicht angekohlten Rand, ist seit 2017 UNESCO-Weltkulturerbe.
Aber Neapel ist viel mehr als Pizza. Die Stadt wurde 600 v. Chr. von Griechen aus Kyme als 'Neapolis' (neue Stadt) gegründet - älter als Rom in seiner heutigen Form. Sie war römische Lieblings-Sommerstadt (Augustus' Villa stand auf der Insel Capri), mittelalterliches Königreich der Normannen, dann Aragonier, dann Bourbonen - bis 1861 Hauptstadt eines selbstständigen Königreichs. Die Bourbonen hinterließen die größte historische Altstadt Europas (4 km², UNESCO-Welterbe), drei Königsschlösser, das größte Opernhaus Italiens (Teatro San Carlo, 1737, älter als die Mailänder Scala), und das größte unterirdische archäologische Netzwerk Europas (Napoli Sotterranea, 40 km Tunnel und Aquädukte aus römischer Zeit).
Über allem thront der Vesuv, einer der gefährlichsten Vulkane Europas. 79 n. Chr. verschüttete er in einer Eruption Pompeji und Herculaneum mit Asche und Lava - und konservierte die beiden römischen Städte für 1700 Jahre fast perfekt. Heute ist die Ausgrabungsstätte von Pompeji einer der meistbesuchten Orte Italiens (€18 Erw, unter 18 frei für EU-Bürger). Vom Hafen mit dem Zug Circumvesuviana in 35 Minuten erreichbar - €3,60 hin, €3,60 zurück. Ein halber Tag mindestens. Für Familien mit großen Kindern: das eindrucksvollste Geschichts-HighlightItaliens.
In der Stadt selbst geht das Leben auf der Straße.Spaccanapoli (eine 2 km lange, schnurgerade Gasse, die die Altstadt 'spaltet') ist eine Welt aus Pizzerien, Bäckereien, Wäscheleinen, Vespas, Heiligen-Schreinen, Espresso-Bars. Hier passieren Hochzeiten und Geburten und Beerdigungen auf der Straße. Hier ist Neapel am intensivsten - und manchmal auch am chaotischsten. Schultern bedecken, Wertsachen sicher tragen, einfach mitspülen.
Kulinarisch: Pizza Margherita oder Marinara aus dem Holzofen (€4-7 das Stück bei L'Antica Pizzeria da Michele oder Pizzeria Sorbillo). Mozzarella di Bufala Campana DOP. Sfogliatella (Blätterteig-Hörnchen mit Ricotta-Füllung, knuspriger 'sfogliatella riccia' oder weicher 'sfogliatella frolla'). Babà al Rum (Hefekuchen in Rum getränkt). Eis bei Casa Infante in der Via Toledo. Espresso überall, niemals Cappuccino nach 11 Uhr (das outet einen sofort als Touri).
Vom Cruise-Terminal Stazione Marittima (Molo Beverello) sind es 100 m flach zum Castel Nuovo, 500 m zur Galleria Umberto I, 800 m zum Spaccanapoli - perfekt fußläufig erreichbar. Wer einen ganzen Tag hat, schafft Pompeji als halben Tagesausflug, Pizza-Lunch und Spaccanapoli-Spaziergang. Wer in Neapel bleibt: Castel dell'Ovo, Spaccanapoli, Galleria Umberto und Pizza am Abend.