Lanzarote ist die nordöstlichste der 7 Kanaren-Inseln, 845 km² groß, 160.000 Einwohner. Sie wurde 1402 von dem normannischen Eroberer Jean de Béthencourt im Auftrag der kastilischen Krone erobert - als erste der Kanaren-Inseln, fast 100 Jahre vor Tenerife (1496). Béthencourt nannte sie 'Lanzarotto' nach dem Genuesen Lancelotto Malocello, der die Insel im frühen 14. Jh. zuerst besucht hatte.
Vor 1402 lebten hier die Majos - eine Guanchen-verwandte Berber-Kultur aus Nordafrika. Sie wurden in den ersten Jahren versklavt oder assimiliert. Heute leben nur noch die Steinkreis-Anlagen und Höhlen-Wohnungen ihrer Vorfahren.
Die wichtigste Geschichts-Episode der Insel ist aber jüngeren Datums: 1730-1736 brach der Vulkan Timanfaya 6 Jahre lang ohne Pause aus - eine der längsten kontinuierlichen Vulkan-Eruptionen der modernen Geschichte. 32 neue Vulkane entstanden, ein Drittel der Insel wurde unter Lava begraben (200 km² 'Mondland-schaft'), 100 Bauernhöfe und ganze Dörfer verschwanden. Die Bauern flohen nach Gran Canaria. Heute ist das Areal der Timanfaya-Nationalpark seit 1974 - eines der wichtigsten geologischen Parks Europas.
Die zweite große Geschichte ist César Manrique (1919-1992) - Lanzarote-Maler, Bildhauer, Architekt, der die Insel-Architektur ab 1968 prägte. Sein Manifest: kein Hochhaus auf Lanzarote (Maximum 3 Stockwerke), Häuser nur weiß mit grünen Holzbalken (für die Weingegend) oder blauen (für die Fischer-Dörfer), keine Werbeschilder an Außenfassaden. Bis heute halten sich die Lanzaroteños daran. Manrique baute auch die ikonischen 'Centros de Arte, Cultura y Turismo' - Jameos del Agua (Lava-Tunnel-Kunstwerk), Mirador del Río (Aussichtspunkt-Restaurant in Lava-Klippe), Cueva de los Verdes (Lava-Höhle-Konzertsaal), Jardín de Cactus (Kaktus-Garten in Steinbruch). Seine Stiftung Fundación César Manrique (in seinem ehemaligen Wohnhaus, das auf 5 Lava-Blasen gebaut ist!)ist heute Museum (12 EUR Eintritt, 8 km von Arrecife). Vom Cruise-Terminal Puerto de los Mármoles sind es 2 km zum Centro Arrecife. Bus 4 für 1,40 EUR (alle 20 Min) oder Reederei-Shuttle. Wer einen ganzen Tag hat: Centro Arrecife, Castillo de San Gabriel, Strand Reducto und Lunch. Wer mehr will: Timanfaya-Nationalpark und Jameos del Agua (Reederei-Tagesausflug 60-90 EUR p.P., oder Mietwagen 30-50 EUR/Tag - die Insel ist klein, alles in 1 h Fahrt vom Centro erreichbar).
Kulinarisch: Papas arrugadas mit Mojo (siehe Las Palmas), Queso de cabra (Ziegenkäse, lokale Spezialität - seit den Manrique-Zeiten geschützt), Calamares en su tinta (Tintenfisch in eigener Tinte), Sancocho canario, Lanzarote-Honig (von einheimischen Bienen aus Macchia-Blüten). Wein: Vinos DE Lanzarote - der Wein wächst hier in Lava-Trichtern! Die Bauern gruben nach den 1730er-Eruptionen Halbkreise in die Lava-Asche, in deren Mitte sie eine Rebe pflanzten. Die Lava-Asche speichert nachts den Tau, gibt ihn tags ans Wasser ab. So wachsen Reben in einer 250-mm-Niederschlags-Region (Wüsten-klima!). Der Malvasía Volcánica de Lanzarote ist der berühmteste - golden-süß, rund 18 EUR/Flasche.