Santa Cruz de la Palma ist die Hauptstadt der Kanareninsel La Palma, die wegen ihrer grünen Berge, Vulkane und klaren Sternenhimmel 'Isla Bonita' (die schöne Insel) genannt wird. Die gesamte Insel ist UNESCO-Biosphärenreservat. Die Stadt gilt als einer der besterhaltenen Kolonialhäfen der Kanaren: Die Altstadt steht unter Denkmalschutz und bewahrt ein geschlossenes Ensemble aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit weiß getünchten Fassaden, Kopfsteinpflaster-Gassen und den schönsten geschnitzten Holzbalkonen des Archipels – besonders eindrucksvoll an der Avenida Marítima direkt am Wasser.
Gegründet wurde die Stadt am 3. Mai 1493 von Alonso Fernández de Lugo. Im 16. Jahrhundert wurde Santa Cruz de la Palma durch den Handel mit der Neuen Welt reich: Nach der Einrichtung des 'Juzgado de Indias' 1558 durfte der Hafen direkt mit den amerikanischen Kolonien handeln und galt zeitweise als drittwichtigster Hafen des spanischen Weltreichs nach Sevilla und Antwerpen. Kaufleute und Bankiers aus Genua, Portugal und Flandern ließen sich nieder, Zuckerrohr-Export und Schiffbau blühten. 1553 brannte der französische Korsar François Le Clerc ('Pata de Palo', Holzbein) die Stadt nieder – danach wurde sie wieder aufgebaut und stark befestigt.
Herz der Stadt ist die Plaza de España mit dem Rathaus (Ayuntamiento) aus dem 16. Jahrhundert, dem schönsten Beispiel ziviler Renaissance-Architektur der Kanaren, und der Kirche El Salvador (16. Jh.) mit ihrer Mudéjar-Holzdecke und flämischen Gemälden. Von hier führt die autofreie Calle O'Daly – benannt nach einem irischen Bananenhändler – als Fußgänger- und Einkaufsstraße durch die Altstadt.
Ein Familien-Magnet ist das Museo Naval im 'Barco de la Virgen': ein begehbarer Beton-Nachbau der Santa María, dem Schiff, mit dem Kolumbus 1492 Amerika erreichte. Der Nachbau wurde 1940 von Einheimischen gebaut und nach der Inselpatronin, der Virgen de las Nieves, benannt; drinnen gibt es Seekarten, nautische Instrumente und Schiffsmodelle. Er liegt an der Plaza de la Alameda, wenige Minuten vom Schiff. Eintritt 4,50 EUR, Kinder unter 12 frei (Mo-Sa; Okt-Apr 10-18 Uhr, Mai-Sep 10-20 Uhr).
Wer die Natur sehen will, fährt ins Inselinnere: Der Nationalpark Caldera de Taburiente ist einer der größten Erosionskrater der Erde – ein von Kanarischen Kiefern bewaldeter Talkessel von rund 8 km Durchmesser mit bis zu 1.500 m hohen Wänden. Weiter oben, auf dem Roque de los Muchachos (2.426 m), steht eines der wichtigsten Observatorien der Welt (mit dem GranTeCan, dem größten optischen Spiegelteleskop). Beides ist nur per Reederei-Ausflug oder Mietwagen erreichbar (Fahrt ca. 1–1,5 Std. je Richtung) und für einen kurzen Hafentag mit kleinen Kindern eher lang.
Zum Baden bleibt man besser in Hafennähe: der kleine Stadtstrand Playa de Bajamar (ca. 1,3 km südlich) oder die schwarze Vulkansand-Bucht Playa de Los Cancajos (wenige Fahrminuten südlich). Vom Kreuzfahrt-Terminal (Estación Marítima) sind es weniger als ein Kilometer bis ins Zentrum – ein Spaziergang von etwa 10–15 Minuten entlang der Avenida Marítima mit leichter Steigung in die Altstadt.