Bergen war einmal die wichtigste Stadt Norwegens. Im Jahr 1070 gründete König Olav Kyrre die Stadt an einem geschützten Fjord. Bald kamen deutsche Kaufleute der Hanse und bauten ihre Holzhäuser direkt am Wasser - die bunten Häuser von Bryggen stehen heute noch dort, wo vor 700 Jahren Stockfisch und Getreide getauscht wurden.
Die Hanse-Kaufleute lebten streng: keine Frauen, kein Feuer in den Häusern, frühes Zubettgehen. Trotzdem brannte Bryggen immer wieder ab - zuletzt 1955. Jedes Mal wurde es wieder aufgebaut, immer mit den gleichen schmalen Giebelformen. Heute sind 62 Holzhäuser übrig, die ältesten Balken stammen aus dem Jahr 1702. Wer durch die engen Gassen zwischen den Häusern läuft, riecht noch immer das Holz und sieht die schiefen Türrahmen.
Bergen nennt sich selbst die "Regenhauptstadt Europas" - es regnet hier an 239 Tagen im Jahr. Die Bergenenser tragen ihre Regenjacken mit Stolz. An klaren Tagen fährt die Fløibanen-Standseilbahn in acht Minuten auf 320 Meter Höhe. Von dort sieht man alle sieben Berge um die Stadt, den Hafen mit den Kreuzfahrtschiffen und die Holzhäuser von Bryggen, die von oben aussehen wie bunte Legosteine am Wasser.