Ancona
Adria
Die Ellbogen-Stadt und ihr Dom über dem Hafen
Wenn Ihr Schiff morgens in Ancona einläuft, sehen Sie zuerst zwei Dinge hoch über dem Wasser: einen schlanken weißen Marmorbogen direkt an der Hafenmauer und, noch weiter oben auf einem grünen Hügel, eine große Kirche mit grauer Kuppel. Beide erzählen, wie alt diese Hafenstadt ist – und beide erreichen Sie an einem einzigen Vormittag zu Fuß.
Ancona ist über 2.400 Jahre alt. Gegründet wurde die Stadt um 387 vor Christus von griechischen Seefahrern aus Syrakus auf Sizilien. Ihnen fiel auf, dass die Küste hier einen scharfen Knick macht und den Hafen wie ein angewinkelter Arm schützt. Deshalb nannten sie den Ort „Ankon", das griechische Wort für Ellbogen. Wer heute auf die Landkarte schaut, erkennt den Bogen der Küste noch immer: Ancona ist buchstäblich die Stadt am Ellbogen.
Der weiße Marmorbogen unten am Wasser heißt Arco di Traiano, der Trajansbogen. Er wurde in den Jahren 114 und 115 nach Christus zu Ehren des römischen Kaisers Trajan errichtet, der den Hafen ausbauen und vergrößern ließ. Fast 1.900 Jahre steht er nun schon an der Kaimauer und war früher das Erste, was Seeleute von Ancona sahen, wenn sie nach Hause kamen.
Hoch über der Stadt, auf dem Hügel Colle Guasco, steht die Kathedrale San Ciriaco. Sie wurde im 11. und 12. Jahrhundert gebaut, teils aus rosafarbenem, teils aus weißem Stein, und genau dort, wo in der Antike ein griechischer Tempel für die Göttin Aphrodite stand. Über dem Eingang wachen zwei steinerne Löwen. Von der Treppe vor der Kirche blicken Sie über den ganzen Hafen, die Dächer der Altstadt und das offene Meer der Adria.
Um den Dom rankt sich eine alte Geschichte: San Ciriaco, der Schutzheilige der Stadt, soll ein Bischof aus Jerusalem gewesen sein, dessen Gebeine der Sage nach nach Ancona gebracht wurden. Ob alles genau so geschah, lässt sich heute nicht mehr beweisen – doch bis heute feiert die Stadt jedes Jahr im Mai ihren Heiligen mit einem großen Fest.
Zwischen Bogen und Dom liegt die Altstadt mit engen Gassen, kleinen Plätzen und dem alten Marktplatz Piazza del Plebiscito, den die Einheimischen liebevoll „Piazza del Papa" nennen. Von hier ist es nur ein kurzer, ebener Spaziergang zum Schiff – ideal, um zwischendurch ein Gelato zu essen oder auf einer Bank eine Pause zu machen. Nur der Weg hinauf zum Dom ist steil; wer mag, nimmt sich dafür Zeit und macht oben viele Fotos.
Ein Stück am Hafen entlang liegt außerdem ein ungewöhnliches Gebäude auf einer kleinen künstlichen Insel: die Mole Vanvitelliana, ein Bau in Form eines regelmäßigen Fünfecks. Zwischen 1733 und 1743 wurde sie errichtet, damit Reisende und Waren nach langen Seereisen erst einmal in Quarantäne warten mussten, bevor sie in die Stadt durften – eine Art Kontrollstation gegen Krankheiten. Heute finden dort Ausstellungen und Feste statt.
Und wenn Sie Lust auf ein Abenteuer unter der Erde haben: Rund eine Autostunde von Ancona liegen die Grotte di Frasassi, riesige Tropfsteinhöhlen. Die größte Halle ist so hoch, dass ein ganzer Dom hineinpassen würde. So reicht ein Tag in Ancona vom Ellbogen aus Fels bis tief in den Bauch eines Berges.
So kommt ihr ins Zentrum.
10–15 Min. eben am Hafen entlang bis zur Piazza della Repubblica und in die Altstadt.
Meist nicht nötig – das Zentrum beginnt direkt hinter dem Hafentor.
Rund 5 Min. ins Zentrum, etwa 8–10 €.
Conerobus-Linien halten am Hafen; ins Zentrum sind Sie zu Fuß aber meist schneller.
Was den Tag leicht macht.
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Vom Schiff sind es nur 10–15 Minuten eben zu Fuß bis zur Piazza della Repubblica – ein Shuttle ist meist nicht nötig.
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Der Weg hinauf zum Dom San Ciriaco ist steil; feste Schuhe anziehen und oben eine Trinkpause einplanen.
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Auf der Piazza del Plebiscito („Piazza del Papa") lässt sich gut eine Pause mit Gelato machen.
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Für die Grotte di Frasassi einen ganzen Ausflugstag rechnen (rund 1 Stunde Fahrt je Richtung); in den Höhlen ist es auch im Sommer nur etwa 14 °C, also eine Jacke mitnehmen.
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Am Passetto führen eine lange Treppe und ein alter Aufzug hinunter zu einem Kiesstrand mit bunten Boots-Höhlen im Fels.
Wo Einheimische hingehen.
Handgemachtes Gelato auf dem Corso Mazzini
Mitten in der Altstadt, auf der Einkaufsstraße Corso Mazzini, macht die Rosa Cremeria ihr Gelato selbst. Bei Kindern beliebt sind die cremigen Klassiker Crema und Nocciola (Haselnuss); eine Kugel kostet etwa 2,50 €. Der Laden hat in der Regel täglich ab dem Vormittag bis rund 19:30 Uhr geöffnet und liegt nur wenige Gehminuten vom Kreuzfahrtkai entfernt – ein guter Zwischenstopp auf dem Weg in die Altstadt.
In Google Maps öffnen ›Was ein Hafentag kostet.
🚶 Sparsam (4 Pers.): Zu Fuß in die Altstadt, Picknick vom Supermarkt, je 1 Gelato, Wasser auffüllen. Rund 30 €.
🍝 Mittel (4 Pers.): Mittagessen in einer Osteria (Pasta, frischer Fisch), Snacks und Eis, kurze Taxifahrt bergauf. Rund 130 €.
🚌 Komfort (4 Pers.): Tagesausflug zu den Grotte di Frasassi inklusive Transport und Höhlenführung, dazu Mittagessen. Rund 420 €.
Wann ihr kommt.
Frühjahr
🌸 Frühling: Frisch bis mild, 14–20 °C. Gut für den Aufstieg zum Dom, ohne ins Schwitzen zu geraten.
Sommer
☀️ Sommer: Warm bis heiß, 28–32 °C. Den steilen Weg hinauf zu San Ciriaco am besten am Vormittag gehen.
Herbst
🍂 Herbst: Angenehm, 18–24 °C, oft klare Sicht über die Adria. Ideal für einen Ausflug zu den Grotte di Frasassi (drinnen kühl).
Winter
❄️ Winter: Kühl und teils windig, 6–12 °C. Warm anziehen; die Altstadt lässt sich trotzdem gut erlaufen.
Alles Wichtige in Pier-Nähe.
🍼 Die untere Altstadt und der Hafen sind eben und kinderwagentauglich. Der Weg hinauf zum Dom San Ciriaco ist jedoch steil und teils mit Treppen – dort besser tragen oder den Aufstieg auslassen. · 🆘 Notruf 112
Häufige Fragen zu Ancona
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