
Heraklion
Wo Europa begann
Wo Europa begann
Heraklion klingt nach Held, und der Name stimmt. Herakles, der Halbgott, soll hier den kretischen Stier eingefangen haben. Ob er das wirklich tat, weiß niemand. Aber dass die Insel die Wiege der ersten europäischen Hochkultur ist, ist verbürgt.
Vor 4000 Jahren herrschten hier die Minoer. Sie bauten Paläste mit Wasserleitungen und Toiletten, fünfstöckige Bauten mit Lichtschächten und Säulen, die nach unten dünner werden. Sie schrieben in einer Schrift, die niemand entziffern kann (Linear A). Sie lebten ohne Stadtmauern, weil ihre Flotte stark genug war, dass keiner es wagte, sie anzugreifen. Bis 1450 vor Christus eine Naturkatastrophe die Insel traf, vermutlich die Eruption des Vulkans Santorin, 110 Kilometer nördlich. Tsunamis, Asche, Hungersnot. Eine Hochkultur am Boden.
Was kam danach? Die Mykener vom griechischen Festland, die die Trümmer der Paläste bewohnten und das Schreiben in Linear B weiterführten, eine frühe Form des Griechischen, die der Engländer Michael Ventris in den 1950er Jahren entzifferte. Dann Dorier, Römer, Byzantiner. Im Jahr 824 eroberten arabische Sarazenen die Stadt und gaben ihr den Namen Rabdh el Khandak, Burg des Grabens. Daraus wurde im venezianischen Mund Candia. Vier Jahrhunderte lang war Kreta die wichtigste Kolonie Venedigs.
Die Venezianer bauten Mauern, Brunnen, Loggien. Sie machten Heraklion zu einer prächtigen Stadt mit Akademien, Druckereien, einer berühmten Schule für ikonische Maler. Domenikos Theotokopoulos lernte hier sein Handwerk, bevor er nach Spanien zog und sich El Greco nannte.
Dann kamen die Türken. Kreta war ihr letztes großes Eroberungsziel im Mittelmeer. Die Belagerung von Candia durch die Osmanen dauerte 21 Jahre, die längste Belagerung der Geschichte. Erst 1669 ergaben sich die Venezianer. Die Türken blieben 230 Jahre. Erst 1913 wurde Kreta Teil Griechenlands.
Heute ist Heraklion eine Stadt zwischen den Welten. Im Hafen liegen Fischerboote neben Kreuzfahrtschiffen. In der Markthalle riecht es nach Oregano, frischem Schaffleisch, Honig und geröstetem Kaffee. Draußen auf den Plätzen sitzen alte Männer und spielen Tavli, das griechische Backgammon, als hätten sie nichts Besseres zu tun. Im Archaeological Museum stehen die Originale der minoischen Fresken, die Knossos einst schmückten, der Schlangengottin und der akrobatisch über den Stier springenden Jugendlichen. Die Kopien in Knossos selbst sind beeindruckend. Die Originale hier nehmen einen den Atem.
So kommt ihr ins Zentrum.
15 Min Fussweg vom Cruise-Pier zur Festung Koules, dann weiter ins Zentrum. Eben, ohne Beschattung. Bei Hitze nur empfehlenswert mit Hut und Wasser.
Reederei-Shuttle bis zur Festung Koules / Liontaria-Platz, ca. 8-10 EUR p.P. hin/zurück
5-8 EUR ins Zentrum, 10-15 EUR nach Knossos einfach
Bus 2 (Stadtbus KTEL) fährt vom Hafen zum Zentrum und weiter nach Knossos. 1.20 EUR pro Fahrt am Automaten oder 2 EUR im Bus (Zentrum), für die Weiterfahrt nach Knossos 1.60 EUR am Automaten oder 2.50 EUR im Bus. Alle 15-20 Min in Hochsaison.
Was den Tag leicht macht.
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Knossos vor 10 Uhr besuchen - danach kommen die Reisebusse aus Heraklion. Eintritt 20 EUR, für das Archäologische Museum ebenfalls 20 EUR (Kombiticket gibt es nicht mehr).
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Vom Cruise-Pier zur Altstadt: 25 Min zu Fuß flach an der Hafen-Promenade. Mit Shuttle-Bus zum Hauptplatz nur 5 Min, kostet 5 EUR pro Person.
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Loukoumades-Geheimtipp: Lukumades me meli (1866-Straße) - frisch ausgebackene Honig-Bällchen mit kretischem Thymian-Honig. Familie Natsakos macht das seit Generationen, beste Auswahl in Heraklion-Innenstadt.
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Kinder-Pause: Eleftherias-Park mitten in der Altstadt hat einen schönen Spielplatz und Pinien als Schatten - perfekt nach dem Knossos-Vormittag.
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Im Oktober wird die Altstadt ab 13 Uhr sehr heiß. Plant Museum oder schattige Promenaden-Cafés für die Mittagsstunden ein.
Wo Einheimische hingehen.
Historisches Museum von Kreta & der El Greco
Etwas im Schatten des berühmten Knossos liegt das Historische Museum von Kreta - und lohnt sich sehr. Hier hängen die einzigen beiden El-Greco-Gemälde auf seiner Heimatinsel Kreta, dazu erzählen Räume von Byzanz, den Venezianern und dem Alltag der Kreter. Ein ruhiges, gut gemachtes Museum nahe dem Hafen, das die meisten Gäste links liegen lassen.
In Google Maps öffnen ›Was ein Hafentag kostet.
Bus 2 hin/zurück (16 EUR für 4 Pers), Knossos-Eintritt 18 EUR Erw, Kinder unter 18 frei = 36 EUR, Picknick aus Markthalle (40 EUR) und Eis (8 EUR)
Bus, Knossos-Eintritt, Mittagessen in einer Taverne in der Altstadt (60-80 EUR für Familie) und Eis und Café + ggf. Archäologisches Museum 20 EUR p.P.
Privater Fahrer halber Tag mit Knossos, Archäologisches Museum (200 EUR), Premium-Restaurant am Meer (100-130 EUR) und Souvenirs
Wann ihr kommt.
Frühjahr
März-Mai: Insel blüht, 18-23°C, Knossos angenehm zu erkunden
Sommer
Juni-August: Sehr heiß, oft 30-35°C. Knossos morgens vor 10 Uhr besuchen, sonst Sonnenstich-Risiko
Herbst
September-Oktober: Beste Zeit, 25°C, Meer noch warm (24°C), weniger Touristen
Winter
November-Februar: Mild aber regnerisch, 12-17°C, manche Restaurants in Strandlage geschlossen
Alles Wichtige in Pier-Nähe.
🍼 Hauptpromenade am Hafen kinderwagentauglich. Altstadt teilweise Kopfsteinpflaster, aber befahrbar. Knossos-Gelände mit Treppen und unebenem Terrain - dort Tragetuch oder Buggy mit großen Rädern besser. · 🆘 Notruf 112
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