
Dún Laoghaire
Westeuropa
Zwei Steinarme, ein Turm und das Tor nach Dublin
Zweihundert Jahre ist es her, da war Dún Laoghaire nur ein kleines Fischerdorf südlich von Dublin – bis das Meer zum Problem wurde. Schiffe, die nach Dublin wollten, zerschellten bei Sturm an der offenen Küste. Also beschloss man, einen riesigen 'Zufluchtshafen' zu bauen. Über Jahrzehnte schichteten Arbeiter zwei gewaltige Arme aus Granit ins Meer, jeder mehr als anderthalb Kilometer lang. Bis heute sind der East Pier und der West Pier die Wahrzeichen der Stadt: breite steinerne Wege hinaus aufs Wasser, mit einem alten Pavillon, in dem früher eine Kapelle spielte. Sonntags flanieren hier die Familien, und am Ende wartet ein kleiner Leuchtturm.
Der Ort trug einmal einen anderen Namen. Nach dem Besuch eines englischen Königs 1821 hieß er 'Kingstown' – Königsstadt. Als Irland unabhängig wurde, holte man den alten irischen Namen zurück: Dún Laoghaire, gesprochen etwa 'Dun Liri', bedeutet 'Festung des Laoghaire' – nach einem irischen König, der hier vor rund 1.500 Jahren geherrscht haben soll.
Am südlichen Ende der Bucht, in Sandycove, steht ein runder, dicker Turm aus Stein: eine 'Martello'-Festung, gebaut vor über 200 Jahren aus Angst vor einer Invasion Napoleons. Berühmt wurde der Turm aber durch ein Buch. Der Schriftsteller James Joyce wohnte kurz darin – und ließ seinen berühmten Roman 'Ulysses' genau hier beginnen, oben auf der Plattform des Turms. Heute ist er ein kleines Museum voller Joyce-Andenken.
Gleich unter dem Turm liegt der wohl mutigste Ort der Stadt: der 'Forty Foot', eine felsige Badestelle im offenen Meer. Hier springen die Iren das ganze Jahr ins kalte Wasser – auch mitten im Winter, sogar am ersten Weihnachtstag, wenn Hunderte in Badehose über die Felsen klettern und kreischend in die eiskalten Wellen hüpfen. Wer zuschaut, glaubt es kaum.
Und dann ist da der größte Trumpf von Dún Laoghaire: Es liegt direkt an der DART, der Küstenbahn. In gut zwanzig Minuten fährt man an der Bucht entlang mitten hinein nach Dublin – zum Trinity College mit seinem uralten, handgemalten 'Book of Kells', zur lauten Musikgasse Temple Bar oder zur Burg. So bekommt man an einem Tag beides: das Meer und die große Stadt.
Für Familien ist Dún Laoghaire ein Tag zum Durchatmen: den langen Pier hinauslaufen, ein Eis am Hafen, den kalten Schwimmern am Forty Foot zusehen – oder in den Zug steigen und Dublin entdecken.
So kommt ihr ins Zentrum.
Vom Anleger ~5-10 Min eben in die Stadt (George's Street) und zur DART-Station. Die Uferpromenade und die Piers sind flach; die Geschäftsstraße steigt leicht an.
Meist kein Shuttle nötig – Stadt und Bahnhof liegen nah. Bei Tender ggf. kurzer Reederei-Transfer an Land.
Taxistand am Hafen/Bahnhof. Nach Dublin-Zentrum ca. €30-40, zum James Joyce Tower (Sandycove) ca. €10. Währung Euro. Uber vermittelt in Irland nur lizenzierte Taxis; Free Now verbreitet.
DART-Station Dún Laoghaire wenige Minuten zu Fuß: Küstenbahn nach Dublin-Zentrum (Pearse/Tara St) in ~20-25 Min, ca. €3-4 mit Leap-Karte oder kontaktlos. Ideal für einen Dublin-Tag.
Was den Tag leicht macht.
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Kluge Aufteilung: vormittags Meer (Pier, Joyce-Turm, Forty Foot), nachmittags Stadt (DART nach Dublin) – oder umgekehrt, je nach Wetter.
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Der East Pier ist der flache Klassiker: ~1,3 km hinaus zum Leuchtturm, mit Bank, Pavillon und Blick auf die Wicklow-Berge.
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Book of Kells und Guinness Storehouse sind beliebt – Tickets vorab online, sonst Schlange.
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Am Forty Foot dürfen auch Kinder (mit Aufsicht) ins Wasser – aber es ist kalt und tief, nur für sichere Schwimmer.
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Bezahlen bargeldlos/kontaktlos fast überall; für die DART reicht die Kreditkarte am Drehkreuz.
Wo Einheimische hingehen.
People's Park – Spielplatz, Sonntagsmarkt und Eis
Wenige Minuten vom Hafen liegt der People's Park, ein viktorianischer Stadtgarten mit großem Spielplatz, Blumenbeeten und einem Café in einem gläsernen Pavillon. Sonntags gibt es einen beliebten Food-Markt mit Crêpes, Käse und Kuchen. Ebener Zugang, viel Rasen zum Toben – die entspannteste Familienpause, gleich um die Ecke vom Schiff. Danach ein Teddy's-Eis am Hafen (eine irische Institution seit 1950).
In Google Maps öffnen ›Was ein Hafentag kostet.
Spaziergang über den East Pier und People's Park (frei), James Joyce Tower (frei/Spende), Forty-Foot-Schwimmer beobachten, Teddy's-Eis (4 Pers ca. €16), Picknick vom Supermarkt. Rund €50.
DART nach Dublin und zurück (Familie ca. €20), Book of Kells / Trinity College oder EPIC-Auswanderermuseum (Familie ca. €60), Mittagessen in der Stadt (ca. €60). Rund €150.
Privater Dublin-Tag mit Fahrer/Guide (Book of Kells, Burg, ca. €220 für die Familie), Mittagessen, Eintritte und Souvenirs. Rund €360.
Wann ihr kommt.
Frühjahr
🌸 März-Mai: 8-14°C, grün, Kirschblüte im People's Park. Mild, aber wechselhaft – Regenjacke. St. Patrick's Day (17.3.) mit Feiern in Dublin.
Sommer
☀️ Juni-August: 15-20°C, lange helle Abende, Segelboote in der Bucht. Hauptsaison, Piers und Strände belebt. Der Forty Foot ist voller mutiger Schwimmer.
Herbst
🍂 September-Oktober: 11-16°C, mild, klare Bucht-Blicke, ruhiger. Gute Zeit für Pier-Spaziergänge und einen Dublin-Tag.
Winter
❄️ November-Februar: 5-9°C, mild aber windig/nass. Am ersten Weihnachtstag der berühmte Forty-Foot-Weihnachtssprung. Dublin ganzjährig lebendig.
Alles Wichtige in Pier-Nähe.
🍼 Uferpromenade, die beiden Piers und der People's Park sind flach und ideal zum Schieben. Die Geschäftsstraße George's Street steigt leicht an, ist aber machbar. Am Forty Foot (Felsen) und im Joyce-Turm (enge Wendeltreppe) ist der Buggy fehl am Platz. · 🆘 Notruf 112 (auch 999)
Häufige Fragen zu Dún Laoghaire
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